ADS und ADHS im Erwachsenenalter: Symptome und Auswirkungen
ADHS wächst sich nicht aus. Erfahren Sie, wie sich ADS und ADHS im Erwachsenenalter äußern, welche Auswirkungen sie auf Alltag und Beziehungen haben und wie Therapie helfen kann.
ADHS – nicht nur eine Kinderkrankheit
Lange Zeit galt ADHS als eine Störung, die mit dem Erwachsenwerden verschwindet. Heute wissen wir: Etwa 60 % der Betroffenen nehmen ihre Symptome ins Erwachsenenalter mit. Die Erscheinungsformen verändern sich zwar, aber die Auswirkungen auf Alltag, Beruf und Beziehungen können erheblich sein.
Viele Erwachsene erhalten ihre Diagnose erst spät – manchmal im Alter von 30, 40 oder 50 Jahren. Oft nach einem langen Leidensweg, in dem sie sich als „anders", „chaotisch" oder „nicht belastbar" erlebt haben.
Typische Symptome bei Erwachsenen
ADHS im Erwachsenenalter zeigt sich häufig anders als bei Kindern. Die offensichtliche motorische Hyperaktivität weicht einer inneren Unruhe. Typische Symptome umfassen:
- Konzentrationsprobleme: Schwierigkeiten, bei einer Aufgabe zu bleiben, leichte Ablenkbarkeit, Probleme beim Zuhören
- Innere Unruhe: Ein ständiges Gefühl, getrieben zu sein, Schwierigkeiten beim Entspannen
- Impulsivität: Spontane Entscheidungen, die später bereut werden, Ungeduld, schnelles Reagieren
- Emotionale Dysregulation: Starke Stimmungsschwankungen, niedrige Frustrationstoleranz, schnelle Reizbarkeit
- Organisationsprobleme: Schwierigkeiten bei der Planung, chronisches Aufschieben, vergessene Termine
- Hyperfokus: Paradoxerweise können ADHS-Betroffene sich stundenlang in interessante Themen vertiefen, während Routineaufgaben unerträglich scheinen
Auswirkungen auf den Alltag
Unbehandelt kann ADHS zu erheblichen Belastungen führen: häufige Jobwechsel, Beziehungsprobleme, finanzielle Schwierigkeiten, ein chronisch niedriges Selbstwertgefühl und ein erhöhtes Risiko für Begleiterkrankungen wie Depression, Angststörungen oder Suchtverhalten.
Viele Betroffene entwickeln über Jahre hinweg Kompensationsstrategien, die zwar funktionieren, aber enormen Energieaufwand erfordern. Irgendwann reichen diese Strategien nicht mehr aus – oft in Lebensphasen mit erhöhten Anforderungen.
Wie Therapie bei ADHS helfen kann
Psychotherapie kann ADHS nicht „heilen", aber sie kann Ihnen helfen, Ihre Symptome besser zu verstehen und neue Strategien für den Umgang mit ihnen zu entwickeln. In der tiefenpsychologisch fundierten Therapie betrachten wir auch, welche emotionalen Muster sich durch das Aufwachsen mit ADHS gebildet haben – Schamgefühle, Selbstzweifel oder ein Gefühl, „nie gut genug" zu sein.
Systemisch schauen wir auf die Beziehungsdynamiken: Wie wirkt sich ADHS auf Ihre Partnerschaft, Ihre Familie, Ihren Arbeitsplatz aus? Welche Ressourcen haben Sie, die Sie bisher vielleicht nicht als solche erkannt haben?
„ADHS ist keine Schwäche. Es ist eine andere Art, die Welt wahrzunehmen – und mit der richtigen Unterstützung kann genau das eine Stärke sein."
ADHS-Therapie in Friedrichshain
In meiner Praxis in Berlin-Friedrichshain unterstütze ich Erwachsene, die mit ADHS oder dem Verdacht auf ADHS leben. Gemeinsam können wir an Ihrem Selbstverständnis, Ihren Strategien und Ihrem Wohlbefinden arbeiten – unabhängig davon, ob eine formale Diagnose vorliegt.
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